Produktmanagement vom iPad
Welche Produktmanagement-Entscheidungen beim iPad wirklich smart sind:
Positionierung
Herr Jobs hat sein iPad mit den nicht-funktionalen Eigenschaften Größe und Leistungsfähigkeit deutlich unter dem MacBook, aber deutlich über dem iPod touch positioniert, um sich möglichst wenig Geschäft in diesen Kundensegmente zu kannibalisieren. Gleichzeitig hat er jedoch dafür gesorgt, dass die 140.000 Apps für iPod touch und iPhone nahtlos auf dem iPad eingesetzt werden können.
Befriedigung von Kundenbedürfnissen
Die Markteinführung vom iPhone war begleitet von zahlreichen negativen Kommentaren bezüglich der Batterielebensdauer. Ein zweites Mal wollte Herr Jobs sich das wohl nicht anhören: 10 Stunden Akkulaufzeit bei kontinuierlicher Benutzung mit 50% Display-Helligkeit und 1 Monat Standby! Wobei Apple noch hinzufügt, dass über eine erwartete Lebensdauer von 5 Jahren kein signifikanter Kapazitätsverlust auftritt. Wenn diese Werte tatsächlich erreichbar sind, dann wird Herr Jobs an dieser Front keine Einwände zu erwarten haben.
Auch beim Thema mobile Datenverbindung hat Herr Jobs aufgepasst. Die Benutzer wollen entscheiden können. Und das können sie auch:
- Das iPad gibt es mit WLAN (802.11 n) und optional mit zusätzlicher 3G Anbindung.
- Das Gerät ist “unlocked”, d.h. es kann mit jeder beliebigen MicroSim benutzt werden
- In den Staaten kommt es mit einem nahezu unschlagbaren Prepaid!-Datentarif heraus, der jederzeit aktivierbar bzw kündbar ist (15$ pro Monat bei 250MB Daten und 30$ pro Monat für die Flatrate)
Geschäftsfelderweiterung
Nach iTunes Store, Apps Store jetzt iBook Store. Amazon wird vermutlich heulen. Mit einem Schlag eröffnet sich Herr Jobs 120 Millionen zahlende Kunden, von denen er die Kreditkarteninformationen bereits hat. Die Einstiegshürde neben den Apps auch die Bücher gleich bei Apple zu kaufen ist minimal. Und nachdem das Amazon Kindl schon beim Produktstart eher old-fashioned daherkommt, wird es sicher zahlreiche Käufer geben, die das iPad im wesentlichen als eBook Reader einsetzen.
PDF wird das neue MP3 und ich traue dem iPad einen ähnlichen Siegeszug zu wie dem iPod. Auch wenn herr Jobs mit dem iBook Store Geld verdienen wird, darf man eines schliesslich nicht vergessen. Herr Jobs ist im HW Business, nicht im Buchgeschäft.
Bepreisung
“Unbelievable” nennt Herr Jobs den Preis, den Kunden für das iPad aufbringen müssen.
Ohne 3G:
- 499$ – 16GB
- 599$ – 32 GB
- 699$ – 64 GB
Mit 3G:
- 629$ – 16GB
- 729$ – 32 GB
- 829$ – 64 GB
Für Apple-Verhältnisse ist das in der Tat eine recht agressive Bepreisung. Vermutlich muss man auch beim iPad davon ausgehen, dass mit einem gewissen Hype die Bezahlkraft der Early Adopters noch abgeschöpft werden soll und der Preis für das Gerät dann in ein paar Monaten noch sinken wird. Selbst wenn dies nicht der Fall sein sollte, hat Herr Jobs das eher schmale Hochpreissegment mit dieser Bepreisung jedenfalls verlassen. Und mit gerade mal 100$ Unterschied zum bereits seit Nov. 2007 eingeführten Kindl, wird dies mit Sicherheit noch für Bewegung sorgen.
Gibt es auch Dinge, die Herr Jobs nicht richtig gemacht hat beim iPad? Schreiben Sie Ihre Meinung in die Kommentare.
Weitere Informationen zum iPad auf der iPad Produktseite von Apple. Ich werde jedenfalls schon mal zu sparen anfangen. (Noch 60 Tage bis zum Launch)